{"id":11660,"date":"2024-05-05T04:48:48","date_gmt":"2024-05-05T04:48:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/?p=11660"},"modified":"2024-05-05T04:48:53","modified_gmt":"2024-05-05T04:48:53","slug":"die-taten-der-roten-khmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/die-taten-der-roten-khmer\/","title":{"rendered":"Die Taten der Roten Khmer"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: center;\">Angekommen in der Hauptstadt<\/h4>\n<p style=\"text-align: center;\">Nach einer knapp sechs st\u00fcndigen Fahrt, erreichten wir die ersten Geb\u00e4ude der Hauptstadt <em>Kambodschas<\/em>, <em>Phnom Penh<\/em>. Die mit etwa 2,8 Millionen Einwohnern gr\u00f6\u00dfte Stadt <em>Kambodschas<\/em> wirkte recht surreal im Vergleich zum Rest des Landes. Riesige Hochh\u00e4user an nahezu allen Ecken und dazwischen eine Mischung aus franz\u00f6sischen Kollonialbauten und diahingeschusterten, asiatischen Geb\u00e4uden. Als ob dieses optische Tohuwabohu nicht schon interessant genug w\u00e4re, schlichen sich in das Get\u00fcmmel der Stadt noch weitere Besonderheiten ein. So gab es ganze Stra\u00dfenabschnitte, in denen Gesch\u00e4fte, Autoteile verkauften. Aber nicht, das ein einzelner Laden alles an einem Auto verkaufte, nein! In einem Laden gab es nur Reifen, in wieder einem anderen gab es ausschlie\u00dflich Motoren aller Art und in einem weiteren gab es nur Achsen in jeder nur erdenklichen Gr\u00f6\u00dfe und Form. Ein interessanter Anblick, der jedoch noch verst\u00e4rkt wurde mit dem allgegenw\u00e4rtigem Kontrast, der diese Stadt f\u00fcr uns einmalig machte. Auf der einen Seite befinden sich nun also die schmierigen und schmutzigen Autowerkst\u00e4tten mit allerlei Auswahl an Altmetall und auf der anderen Seite fuhren auffallend viele Luxusmodelle auf vier Reifen quer durch die Stadt. Ob <em>Lamborghini<\/em>, <em>Aston Martin<\/em>, Sonderbaureihen von <em>AMG Mercedes<\/em>-Modellen, oder <em>Ford Mustang Shelbys<\/em>. Alle samt waren sie immer wieder an jeder Ecke zu sehen. Am h\u00e4ufigsten fand man jedoch bei all diesen Edelmarken die Inschrift <em>Rolls Royce<\/em>\u00a0auffunkeln. Es war schon ein seltsamer Anblick, inmitten eines so armen Landes.<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-1 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" data-id=\"11662\" src=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0523-2-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11662\" srcset=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0523-2-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0523-2-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0523-2-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0523-2-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0523-2-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" data-id=\"11667\" src=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0532-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11667\" srcset=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0532-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0532-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0532-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0532-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0532-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n<h4>\u00a0<\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><strong>Vor nicht einmal 50 Jahren<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: center;\">Nun kommen wir zum Hauptteil dieses Beitrags, und wir m\u00f6chten euch vor dem Lesen warnen! Es sind emotional tiefgreifende Geschichten die unter die Haut gehen und zum Teil sehr verst\u00f6rend sein k\u00f6nnen. Wer als f\u00fcr solche Erz\u00e4hlungen nicht wirklich bereit ist, der sollte diesen Beitrag lieber an einem anderen Tag lesen. F\u00fcr alle, die emotional gefasst sind, denen berichten wir nun aus einer nicht all zu fernen Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Am 17. April 1975 wurde <em>Phnom Penh<\/em> von den <em>Roten Khmer<\/em> eingenommen und das \u201eDemokratische Kampuchea\u201c ausgerufen. Die meisten Einwohner der Stadt freuten sich \u00fcber das Ende der K\u00e4mpfe und begr\u00fc\u00dften die einmarschierenden Truppen jubelnd. Ein gro\u00dfer Teil der K\u00e4mpfer bestand aus Kindersoldaten, die zu diesem Zeitpunkt nichts anderes als ein Leben als Soldat kannten. Die Stimmungslage kippte schnell, als Anf\u00fchrer <em>Pol Pot<\/em> und die <em>Roten Khmer<\/em> mit der Errichtung eines Terrorregimes begannen. Der 4. April 1976 sollte in die Geschichtsb\u00fccher, als Startschuss einer nahezu apokalyptischen S\u00e4uberung der eigenen Bev\u00f6lkerung, eingehen. Die sofortige Deportation der Stadtbev\u00f6lkerung auf die Reisfelder des Landes verwandelte das zuvor \u00fcber zwei Millionen Einwohner z\u00e4hlende <em>Phnom Penh<\/em> binnen weniger Tage in eine Geisterstadt, ebenso wurden die Provinzhauptst\u00e4dte entv\u00f6lkert. Auf diesem \u201elangen Marsch\u201c, der bis zu einem Monat andauerte, starben tausende Menschen, insbesondere \u00c4ltere und Kinder, aufgrund der Strapazen. In den ersten Monaten dieser revolution\u00e4ren \u00c4ra verwandelte sich das Land in ein gigantisches Arbeits- und Gefangenenlager. Tagesarbeitszeiten von zw\u00f6lf Stunden oder mehr waren keine Seltenheit, und jeder Schritt der Arbeiter wurde so \u00fcberwacht, dass fast alle um ihr Leben f\u00fcrchten mussten. Wer zu sp\u00e4t zur Arbeit kam, konnte wegen des Verdachts auf Sabotage hingerichtet werden. Sprechen w\u00e4hrend der Arbeit war verboten! Geld wurde abgeschafft, B\u00fccher wurden verbrannt, Lehrer, H\u00e4ndler und beinahe die gesamte intellektuelle Elite des Landes wurden ermordet, um den Agrarkommunismus, wie er <em>Pol Pot<\/em> vorschwebte, zu verwirklichen. Industrie- und Dienstleistungsbetriebe, Banken, Krankenh\u00e4user und Schulen wurden sofort geschlossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Pol Pots<\/em> Ziel war es, das Bauerntum zu st\u00e4rken und alles St\u00e4dtische zerst\u00f6ren zu wollen, denn f\u00fcr ihn stand das Bauerntum an der Spitze des sozialen Gef\u00fcges. Jeder sollte also zu einem Bauern ,,umfunktioniert&#8221; werden. In Fachkreisen wird dies auch als eine Art &#8220;Steinzeitkommunismus&#8221; gewertet. Dabei war es egal ob man ausreichend Kenntnisse daf\u00fcr hatte oder nicht. Wer sich also nicht zu helfen wusste, wie die tausenden Stadtmenschen, deren Lebensinhalt in vielerlei Hinschicht ein ganz anderer war, verhungerten qualvoll, ohne jede faire Chance. Familien wurden zerrissen und in alle Himmelsrichtungen verstreut. Eine Wiederstandsgruppierung gegen das Regime sollte somit verhindert werden. In Kombination mit den strikten Regeln, die bei Nichteinhaltung fast immer zum Tode f\u00fchrten, gab es nahezu keinerlei Hoffnung f\u00fcr vielen Menschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Doch das Schlimmste stand der Bev\u00f6lkerung <em>Kambodschas<\/em> noch bevor! Denn gleichzeitig wurden sogenannte Massens\u00e4uberungen vorgenommen. Wer im Verdacht stand, mit Ausl\u00e4ndern zusammen zu arbeiten, wurde samt Ehegatten und Kindern ermordet. Ganze Blutlinien wurden auf brutalste Art und Weise ausgel\u00f6scht. Einfach so und ohne triftigen Grund. Vielleicht sah man durch seine Brille einfach nur zu klug aus, das reichte den Soldaten der <em>Roten Khmer<\/em> aus, um ganze Familien f\u00fcr immer aus der Geschichte zu l\u00f6schen. W\u00e4hrend der vierj\u00e4hrigen Schreckensherrschaft wurden sch\u00e4tzungsweise <strong>drei<\/strong> <strong>Millionen<\/strong> Menschen in Todeslagern umgebracht, oder sie kamen bei der Zwangsarbeit auf den Reisfeldern ums Leben. Bei einer Gesamtbev\u00f6lkerung von etwa <strong>sieben Millionen<\/strong>. Also in etwa ein Drittel der gesamten Bev\u00f6lkerung! Stellt euch also nun vor, das vergleichsweise 27 Millionen Menschen in Deutschland binnen drei Jahren hingerichtet werden w\u00fcrden, nur weil man vielleicht zu klug aussah&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Im ber\u00fcchtigten \u201eSicherheitsgef\u00e4ngnis 21\u201c in <em>Phnom Penh<\/em>, das unter der Leitung des unter seinem Pseudonym \u201eDuch\u201c bekannten <em>Kaing Guek Eav<\/em> stand, \u00fcberlebten <strong>acht<\/strong> von insgesamt <strong>12.000 <\/strong>Gefangenen. Wer dort nicht an der Folter starb, wurde auf den <em>Killing Fields (dt. T\u00f6tungsfeld) <\/em>vor den Toren der Stadt umgebracht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_11741\" aria-describedby=\"caption-attachment-11741\" style=\"width: 1014px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-11741 size-large\" src=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0577-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0577-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0577-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0577-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0577-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0577-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11741\" class=\"wp-caption-text\">die sieben \u00dcberlebenden, der achte wurde nicht fotografiert, da er im Gef\u00e4ngnis sitzt<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: center;\">Genau in dieser heutigen Gedenkst\u00e4tte, etwas au\u00dferhalb der Stadt, befinden wir uns gerade und teilen nun unsere tiefsten Gef\u00fchle in diesen Momenten mit euch.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nach einer kurzen TukTuk-Fahrt auf dem Weg zum <em>Killing Field<\/em> wurden wir von unserem Fahrer noch etwas zu den uns bevorstehenden Erlebnis vorbereitet. Wie so ziemlich jeder im Land, hat auch er in der damaligen Massens\u00e4uberung seinen Vater verloren. Er war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal sieben Jahre alt, heute ist er zweiundf\u00fcnfzig und trotz seiner heiteren Erscheinung, hat auch er noch mit tiefen Traumatas zu k\u00e4mpfen. W\u00e4hrend der Fahrt sensibilisierte er uns etwas und w\u00fcnschte uns dann einen erkenntnisreichen Besuch auf dem ehemaligen <em>Killing Field Choeung Ek<\/em>. Der Eingang wird durch ein schweres Eisentor markiert. Direkt im Anschluss bekommt man ein Audioger\u00e4t ausgeh\u00e4ndigt, in dem alle Informationen jederzeit in vielen Sprachen vorhanden sind. Schon nach der ersten Informationswiedergabe machte sich ein sehr unwohles Gef\u00fchl in der Magengegend breit. Wir erfuhren, dass Menschen zu Hunderten mit dem Lastwagen antransportiert wurden. Wer nicht am selben Tag hingerichtet werden konnte, musste in einem dunklen, stickigen, stark ger\u00e4uschisolierten Holzschuppen ,,gelagert&#8221; die Nacht ausharren. Die Hinrichtungen fanden in Grubenn\u00e4he statt, sodass die toten oder halbtoten K\u00f6rper und K\u00f6rperteile im Anschluss in den vor Leichen fast \u00fcberquellenden Gr\u00e4ben, m\u00fchelos hinein gesto\u00dfen werden konnten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_11713\" aria-describedby=\"caption-attachment-11713\" style=\"width: 1014px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-11713 size-large\" src=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0563-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0563-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0563-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0563-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0563-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0563-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11713\" class=\"wp-caption-text\">eines der Massengr\u00e4ber, heute ist es \u00fcberdacht<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: center;\">Bei den T\u00f6tungsgegenst\u00e4nden handelte es sich jedoch nicht um Gew\u00e4hre, denn Munition war viel zu teuer und wertvoll um sie zu ,,verschwenden&#8221;. Nein, vielmehr waren es Alltagsgegenst\u00e4nde, wie H\u00e4mmer, kleine Sicheln, Bambusst\u00f6cke, Macheten oder teils improvisierte Gegenst\u00e4nde.<\/p>\n<figure id=\"attachment_11731\" aria-describedby=\"caption-attachment-11731\" style=\"width: 505px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-11731\" src=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0556-576x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"515\" height=\"916\" srcset=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0556-576x1024.jpg 576w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0556-169x300.jpg 169w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0556-768x1365.jpg 768w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0556-864x1536.jpg 864w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0556-1152x2048.jpg 1152w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0556-scaled.jpg 1440w\" sizes=\"(max-width: 515px) 100vw, 515px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11731\" class=\"wp-caption-text\">Die Mordwaffen, hier nur auf einem Bild, sp\u00e4ter haben wir echte Exemplare zu sehen bekommen.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: center;\">Um den Gestank, der sich in den Gr\u00e4ben t\u00fcrmenden Leichen, zu \u00fcberdecken, verspr\u00fchte man weitreichend eine Chemikalie. Das muss man sich mal vorstellen! Nahezu ahnungslose Kinder- oder Jungsoldaten mussten, mit mittelalterlichen Methoden und ohne jegliche Ausbildung, mehrere hundert Menschen pro Tag umbringen, um ihr eigenes Leben zu sch\u00fctzen. Jedes einzelne Opfer ist unschuldig. Man teilte den Leuten vor der Transportfahrt noch mit, dass es f\u00fcr sie lediglich in ein besseres Dorf mit Unterk\u00fcnften gehen sollte. Man machte ihnen sogar noch falsche Hoffnung&#8230; Als wir dann an einem der vielen Massengr\u00e4ber vorbei kamen, f\u00fcllten sich unsere M\u00e4gen mit Steinen, denn genau so f\u00fchlte sich unser Innerstes in diesem Moment an. Das Mitgef\u00fchl und das Unverst\u00e4ndnis bei dem, was hier vor nicht einmal f\u00fcnfzig Jahren passierte, packte unsere K\u00f6rper und lie\u00df sie nicht mehr los. Noch heute kann es passieren, dass Knochensplitter, Z\u00e4hne oder Textilr\u00fcckst\u00e4nde nach starken Regenf\u00e4llen zum Vorschein kommen. Der Audioguide f\u00fchrte uns dann zum emotional wahrscheinlich verst\u00f6rendsten Punkt des Gel\u00e4ndes. Er befindet sich nahezu in der Mitte der Anlage und ist heute behangen mit Armb\u00e4ndern und Gedenkschn\u00fcren. Direkt angrenzend steht ein Baum, der so genannte <em>Killing Tree<\/em> (dt. T\u00f6tungsbaum).<\/p>\n<figure id=\"attachment_11716\" aria-describedby=\"caption-attachment-11716\" style=\"width: 566px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-11716 size-large\" src=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0566-576x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"576\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0566-576x1024.jpg 576w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0566-169x300.jpg 169w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0566-768x1365.jpg 768w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0566-864x1536.jpg 864w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0566-1152x2048.jpg 1152w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0566-scaled.jpg 1440w\" sizes=\"(max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11716\" class=\"wp-caption-text\">der <em>Killing Tree<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Name wurde ihm erst Jahre sp\u00e4ter verliehen, denn Untersuchungen um diesen besonders makaberen Bereich haben ergeben, dass in dieser Grube ausschlie\u00dflich Frauen und ihre minderj\u00e4hrigen Kinder und Babys lagen. Fast alle von ihnen nackt. Auffallend bei den ersten Untersuchungen war die Verf\u00e4rbung der Rinde auf einer Seite des Baumes. Man fand heraus, dass die Soldaten die Kleinkinder und Babys, wohl vor den Augen ihrer M\u00fctter, an den Beinen gepackt hatten und wie eine Axt mit den K\u00f6pfen auf die harte Rinde des Baumes eingeschlagen haben. Die \u00dcberreste von Kopfsplittern und Hirnmasse an diesem Baum betrug mehr als 70%. Im Anschluss warf man die leblosen K\u00f6rper einfach in die beistehende Grube. Das alles vor den Augen ihrer M\u00fctter. Es war schnell und kostete nichts. Das waren die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese grausamen Taten &#8230; Direkt daneben stehend, die Kopfh\u00f6rer jedes \u00e4u\u00dfere Ger\u00e4usch abschirmend, \u00fcberkam uns ein Gef\u00fchl von tiefer Trauer. Zu diesem Zeitpunkt h\u00f6rten wir gerade mit dem Audioguide die Originalaufnahme der Schuldigsprechung von &#8220;Duch&#8221;, dem Leiter des Lagers, der viele Jahre sp\u00e4ter vor genau diesem Baum zusammengebrochen ist und seine Taten gestanden hat. Das Leid dieses Landes, muss so unfassbar tiefe Narben hinterlassen haben. Der Abschluss unseres Rundgangs markierte eine Gedenkstupa. In ihr befanden sich in zw\u00f6lf Reihen \u00fcbereinander gestapelt, die Gebeine der Opfer von <em>Choeung Ek<\/em>. \u00a0<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-11723\" src=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0571-1-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0571-1-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0571-1-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0571-1-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0571-1-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0571-1-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-11718\" src=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0568-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0568-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0568-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0568-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0568-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0568-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nachdem wir unseren Audioguide wieder abgegeben hatten und uns mit tiefster Trauer von diesem Ort verabschiedeten, stiegen wir zur\u00fcck ins TukTuk, unser Fahrer wartete bereits auf uns. Er fuhr uns zum oben erw\u00e4hnten &#8220;Sicherheitsgef\u00e4ngnis 21&#8221;, welches heute ein Museum ist. Dieses Geb\u00e4ude hatte im Laufe der Jahre vielerlei Aufgaben. Erbaut als Schule, wurde es in eines der ber\u00fcchtigsten Gef\u00e4ngnisse umgewandelt, die es in <em>Kambodscha<\/em> je gegeben hat. Ausgestellt, in m\u00fchevoller Kleinstarbeit, werden dort Originalaufnahmen der Opfer und ihrer Todeszellen. In einige dieser Zellen kann man noch heute eintreten und ein Gef\u00fchl davon bekommen, wie schrecklich die letzten Stunden der Opfer gewesen sein mussten.\u00a0<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-1 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" data-id=\"11719\" src=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0575-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11719\" srcset=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0575-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0575-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0575-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0575-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0575-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"771\" data-id=\"11750\" src=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/efba0c23-eb48-4ec9-a321-b5e71e8ea2ee-1024x771.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11750\" srcset=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/efba0c23-eb48-4ec9-a321-b5e71e8ea2ee-1024x771.jpg 1024w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/efba0c23-eb48-4ec9-a321-b5e71e8ea2ee-300x226.jpg 300w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/efba0c23-eb48-4ec9-a321-b5e71e8ea2ee-768x578.jpg 768w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/efba0c23-eb48-4ec9-a321-b5e71e8ea2ee-1536x1156.jpg 1536w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/efba0c23-eb48-4ec9-a321-b5e71e8ea2ee.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Es hat eine Weile gedauert, bis wir unserer Erlebnisse verarbeitet und f\u00fcr euch niederschreiben konnten. Noch immer sitzt ein Stein auf unseren Herzen und das Atmen f\u00e4llt uns schwerer, wenn wir an die Geschehnisse in <em>Kambodscha<\/em> von vor nicht einmal 50 Jahren zur\u00fcckblicken. Genauso schlimm ist, dass auch viele andere L\u00e4nder \u00c4hnliches erleben mussten oder sogar gerade erleben. Wir w\u00fcnschen all diese grauenvollen Erlebnisse wirklichen niemanden da drau\u00dfen und dennoch gibt es sie, dennoch wird es sie vermutlich immer geben. Umso dankbarer sollten wir f\u00fcr das Leben sein, welches wir haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Unser Mitgef\u00fchl gilt all denen, die gezwungen wurden T\u00e4ter zu sein, die gezwungen wurden ihre Familien zu verlassen, ihr altes Leben aufzugeben oder sogar ihr Leben zu lassen.\u00a0<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-11728\" src=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0582-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0582-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0582-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0582-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0582-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_0582-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angekommen in der Hauptstadt Nach einer knapp sechs st\u00fcndigen Fahrt, erreichten wir die ersten Geb\u00e4ude der Hauptstadt Kambodschas, Phnom Penh. Die mit etwa 2,8 Millionen Einwohnern gr\u00f6\u00dfte Stadt Kambodschas wirkte recht surreal im Vergleich zum Rest des Landes. Riesige Hochh\u00e4user an nahezu allen Ecken und dazwischen eine Mischung aus franz\u00f6sischen Kollonialbauten und diahingeschusterten, asiatischen Geb\u00e4uden. &#8230; <a title=\"Die Taten der Roten Khmer\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/die-taten-der-roten-khmer\/\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Die Taten der Roten Khmer\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":11666,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[44],"tags":[],"class_list":["post-11660","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kambodscha"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11660","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11660"}],"version-history":[{"count":33,"href":"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11660\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11763,"href":"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11660\/revisions\/11763"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11666"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11660"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11660"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.genotrotter.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11660"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}